Keine Erfolgserlebnisse für nordbadische Ringer bei WM in Kasachstan / Dudarov mit Platz 7 bester deutscher Freistiler.

(T.P.) Die diesjährigen Weltmeisterschaften der Ringer in der kasachischen Hauptstadt Nur-Sultan verliefen für die drei Starter des NBRV leider nicht so erfolgreich, wie vielleicht insgeheim erhofft.

Da es sich bei diesen Titelkämpfen um die erste Qualifikationsmöglichkeit für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio handelte, war der Andrang und die Qualität in den jeweils sechs olympischen Gewichtsklassen entsprechend hoch. Luisa Niemesch (SV Germania Weingarten) stand in der Klasse bis 62 kg in ihrem Auftaktkamp der Japanerin Yukako Kawai gegenüber, die zu den Top-Favoritinnen zählte. Luisa kämpfte wie gewohnt hochkonzentriert, lag aber bereits nach dem ersten Kampfabschnitt mit 0:3 zurück und wurde, als sie gegen Ende mehr riskieren musste, zweimal zum letztendlichen 0:7 ausgekontert. Die Chance auf die Hoffnungsrunde zerschlug sich jedoch schon in der nächsten Runde, als Kawai gegen die spätere Weltmeisterin Tynynbekova aus Kirgistan auf Schulter verlor und nur noch um Bronze kämpfen konnte. So blieb für die 24-jährige Weingartnerin  am Ende nur Platz 31 unter 34 Teilnehmern und die Hoffnung, es über eines der beiden folgenden Qualifikationsturniere doch noch zu schaffen, auf den Olympia-Zug aufzuspringen.

Der Schifferstädter Horst Lehr, der in der Regionalliga für den SRC Viernheim auf Punktejagd geht, hatte es in der Klasse bis 57 kg Freistil mit 35 Startern zu tun, löste aber seine Auftaktbegegnung gegen den Israeli Daniel Popov unspektakulär und souverän mit 6:2. In Runde 2 konnte er gegen den kasachischen Lokalmatadoren Nurislam Sanayev nur bedingt mithalten und unterlag trotz toller Gegenwehr am Ende klar mit 0:7. Leider schaffte auch Sanayev nicht den Einzug ins Finale; er unterlag Atli (Türkei) und holte Bronze. Für Horst bedeutete dies Platz 18 bei seiner WM-Teilnahme bei den Männern.

Achmed Dudarov (SV Germania Weingarten) zeigte einmal mehr sein großartiges Können, was sich ja bereits mit dem Gewinn der Bronzemedaille bei den European Games im Juni in Minsk angedeutet hat. Er siegte bis 86 kg Freistil nacheinander gegen Akmed Aibuev (Frankreich) mit 12:1 technisch überlegen, in einem engen Gefecht gegen Boris Makoev (Slowakei) mit 4:4 und dann äußerst spektakulär und in dieser Höhe nicht erwartet mit 13:0 gegen James Downey (USA). Im entscheidenden Viertelfinalkampf verließ ihn aber leider das Glück, als er sich dem bis dato eher unbekannten Miles Nazem Amine aus San Marino mit 2:4 geschlagen geben musste. Da dieser dann im Halbfinale verlor, war Achmed mit Platz 7 unter 43 Konkurrenten ausgeschieden.

Der Deutsche Ringer Bund (DRB) konnte insgesamt mit dem Abschneiden seiner Athleten zufrieden sein: Im griechisch-römischen konnten durch Dreifach-Weltmeister Frank Stäbler (Bronze bis 67 kg), dem Olympia-Dritten von 2016 Denis Kudla (Bronze bis 87 kg) und Eduard Popp (Platz 5 bis 130 kg) drei von sechs möglichen Olympia-Tickets vorzeitig gesichert werden. Auch bei den Frauen schafften Anna Schell (Bronze bis 68 kg) und Ex-Weltmeisterin Aline Rotter-Focken (Bronze bis 76 kg) die Qual-Hürde. Düster sieht es bei den Freistilringern aus, die keinerlei Medaillen oder Olympiastartplätze holen konnten. Die beste Platzierung holte hier Achmed Dudarov mit Platz 7 bis 86 kg. Dafür gibt es dann im kommenden Jahr noch zwei Gelegenheiten: Vom 19.-22. März in Budapest (Ungarn) beim Europäischen Qualifikationsturnier, bzw. vom 30.März – 03. April beim Weltweiten Qualifikationsturnier in Sofia (Bulgarien) können sich nochmals die besten zwei der jeweiligen Gewichtsklassen ihre Teilnahme für Tokio sichern.