Reilingen/Hockenheim startet mit klarer Niederlage gegen Freiburg.

Corona-Aus für Witten und Einreisebeschränkungen prägen ersten Kampftag in der Ringer-Bundesliga.

(T.P.) Der erste Kampftag der lange herbeigesehnten Ringer-Bundesliga verlief leider nicht ganz nach den Wünschen aller Beteiligter. Einmal abgesehen davon, dass von einstmals 26 Teams in den drei Gruppen Südwest, Südost und Nordwest bereits 9 Vereine im Vorfeld die Segel strichen, gab es drei Tage vor dem Start den ersten Fall einer COVID-19-Infektion beim KSV Witten, welcher dann auch bedauerlicherweise seine Mannschaft aus der Gruppe Nordwest zurückzog. Darüber hinaus konnte man feststellen, dass viele ausländische Topathleten in den Kadern der einzelnen Mannschaften überhaupt nicht zum Einsatz gelangen konnten, was an den verschärften Einreisebedingungen aus den sogenannten Risikogebieten lag. So kamen – was durchaus erfreulich ist – viele deutsche Nachwuchskräfte zum Einsatz, die ihre Aufgaben meist auch ordentlich lösten.

Größere Überraschungen fielen beim Start in die neue Saison aus. Die im Vorfeld favorisierten Mannschaften setzten sich in den jeweiligen Gruppen durch.

 

Südwest

     
       

RKG Reilingen/Hockenheim

-

RKG Freiburg 2000

 8 - 19

ASV Hüttigweiler

-

KV Riegelsberg

 12 - 13

ASV Urloffen

-

KSV Köllerbach

 5 - 19

       

Südost

     
       

ASV Schorndorf

-

SV Johannis Nürnberg

 12 - 7

SC Siegfried Kleinostheim

-

SV W. Burghausen

 7 - 16

       

Nordwest

     
       

KSK Neuss

-

Wrestling Tigers Rhein/Nahe

 22 - 7

 

Nordbadens einziger Vertreter, die RKG Reilingen/Hockenheim war zuversichtlich in ihre erste Begegnung mit dem letztjährigen Endrundenteilnehmer RKG Freiburg 2000 gegangen. Der Zuschauerzuspruch war erwartungsgemäß sehr gut – über 400 zahlende Gäste waren erwartungsfroh gekommen und auch das ausgeklügelte Hygienekonzept mit separaten Eingängen, Catering in einer Nebenhalle und fest zugewiesenen Sitzplätzen ging auf. Doch bereits an der Waage konnte man erahnen, dass es äußerst schwer werden würde, einen Sieg zu erringen. Unter der Leitung des international renommierten Kampfrichters Uwe Manz startete Daniel Layer, der auf Leihbasis in sein altes Team zurückkehrte, stilartfremd im Freistil der Klasse bis 57 kg gegen Mihail Lapp und unterlag dort erwartungsgemäß mit 0:15. Reilingens Neuzugang Asghar Laghari begann im Schwergewicht (GR) verheißungsvoll gegen den 16 kg leichteren Maximilian Remensperger und führte schnell mit 4:0. Danach zeigten beide Ringer nicht mehr viel und so endete das Duell mit 5:1 für den Gastgeber. Auch der kurzfristig verpflichtete Virgil Munteanu begann furios mit zwei Schwunggriffen gegen Mirco Rodemich das Duell in der 61 kg-Klasse. Sein Gegner war allerdings in der Folgezeit aufmerksamer und ließ weder im Stand noch in der Bodenlage weitere hohe Wertungen zu. Am Ende stand es trotzdem 9:0 für Munteanu und die RKG ging erstmals in Führung. Gespannt war man auf den Auftritt von Neuzugang Joshua Morodion bis 98 kg (FS) gegen den Deutschen Vizemeister Lars Schäfle. Es entwickelte sich ein taktisch hochklassiger Freistilkampf, bei dem der Gast letztendlich seine körperliche Überlegenheit besser ausspielen konnte und mit 4:0 gewann. Chancenlos war der aus Ladenburg verpflichtete Tamirlan Bicekuev bis 66 kg (FS) gegen den WM-Dritten Maxim Sacultan und unterlag noch vor dem Pausengong mit 0:16. Gleiches traf leider auch auf den ansonsten immer kämpferisch starken Evgeni Titovski zu. Bis 86 kg (GR) fand er keine Mittel gegen den Angriffswirbel von Mihail Bradu und musste nach 2 Minuten mit 0:15 die Segel streichen. Viel Pech hatte Robin Laier in seiner Partie gegen Andrej Janzen bis 71 kg (GR). Gewohnt stabil im Standkampf führte er zur Pause mit 1:0, musste dann aber aus der Bodenlage eine unglückliche Zweierwertung hinnehmen, rannte bis zum Schluß diesem Rückstand hinterher und verlor mit 2:4. Thilo Dicker fand bis 80 kg (FS) keine richtige Einstellung zu seinem Gegner Ion Vasilachi und geriet schnell mit 0:12 ins Hintertreffen. Eine schöne Viererwertung am Mattenrand weckte kurzzeitig Hoffnungen, doch kurz danach hatte sein Gegner den 20:4-Überlegenheitssieg unter Dach und Fach gebracht. Eine starke Leistung bot Robin Keck bis 75 kg (FS) gegen Kevin Spiegel. Im wohl besten und spannendsten Kampf des Abends – der Gesamtsieg für die Gäste stand hier schon fest - zeigte der RKG-Ringer Freistil vom Feinsten, riskierte viel und siegte, trotz turbulenter Schlußphase, verdient mit 8:6. Auch Neuzugang Fabian Fritz enttäuschte die Fans im abschließenden Duell bis 75 kg (GR) gegen Marc Fischer nicht und punktete seinen Gegner souverän mit 4:0 aus. Trotz vier Einzelsiegen sprang für das Team von Trainer Wolfgang Laier am Ende beim klaren 8:19 nichts Zählbares heraus. Zu deutlich waren gerade die Erfolge der ausländischen Ringer in den Reihen der Freiburger, während die RKG auf ihre türkischen Sportfreunde verzichten musste. Der Blick sollte aber nach vorn gerichtet werden, denn schon in einer Woche am 10. Oktober ist der saarländische ASV Hüttigweiler in der Fritz-Mannherz-Halle zu Gast, gegen den man sich durchaus realistische Siegchancen ausrechnen kann.